Als ob die Welt tanzt – Dokumentarfilm

Bonnie aus Australien ist gespannt: Können die Musiker ihrer Gruppe etwas mit dem simpel-schönen Kinderlied vom lachenden Vogel „Kookaburra“ anfangen, und was wird daraus entstehen?

Hanna aus Estland hat ein Lied in der aussterbenden Võro-Sprache mitgebracht.

Arghya und Venkatesh aus Indien vermitteln die reiche musikalische Kultur ihrer Heimat: „Wir denken daran, wie wir die kulturelle Kluft überwinden können“.

40 Musiker*innen aus Ländern rund um den Erdball, die sich zum 10-tägigen Ethno Germany auf der Burg Lichtenberg in der Westpfalz versammelt haben, eint die Neugier und der Spaß, die Musik und die Tänze vieler Kulturen kennenzulernen und daraus ein Programm zu formen, das sie am Ende gemeinsam auf die Bühne bringen werden. „Ein verrücktes Projekt mit tollen Musikern“, meint Ozan aus der Türkei: „Der perfekte Moment!“

Mittendrin und immer dabei ist der Dokumentarfilmer Mario Di Carlo mit seinem kleinen Team. Schnell stellt er fest: “Es geht nicht nur um Musik und Tanz, es geht um die großen Fragen des Lebens“. „Ich komme aus den Vogesen, spiele mit Deutschen. Unsere Großväter haben einander bekämpft, wir setzen uns zusammen für Frieden und Liebe ein,“ sagt die Elsässerin Justine vor der Kamera. In einer anderen Szene zeigt Alice aus der Ukraine auf Bilder ihrem Handy: „Aus dem Nichts kommt die Rakete. Das ist meine Heimat, die sie gerade zerstören!“. Die musikalischen Weltreisenden bringen ihre Geschichten mit, ihre Konflikte, ihre Biografien und die Kulturen ihrer Länder. „Die Musik und der Tanz öffnen Türen“, sagt Cedric Berner, der Projektkoordinator von Ethno Germany.

„Musik ist die universelle Sprache der Menschheit“, lautet das berühmte Zitat des amerikanischen Dichters Henry Wadsworth Longfellow aus dem Jahr 1835. Der Weg zu einem gemeinsamen musikalischen Erlebnis verläuft nicht reibungsfrei. „Probleme sind gut, weil sich die Leute darüber kennenlernen,“ sagt die Teamerin Conce. Die „Sprachunterschiede“ werden in einem intensiven gemeinsamen Schaffensprozess überwunden. Die jungen Musikerinnen und Musiker lernen schnell, sich aufeinander einzustellen. Mario Di Carlo zeichnet in 70 Minuten Film das Porträt einer Gruppe von jungen Menschen, die neben ihren musikalischen Talenten auch die Bereitschaft zum Zuhören, zur Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg, zum kreativen Dialog eint. Und am Ende steht das Erlebnis, ein Publikum mit dem Charme einer temperamentvollen multikulturellen Konzert- und Tanzperformance zu erobern.

„Als ob die Welt tanzt“ ist ein Film, der nicht nur Spaß, sondern auch Mut macht. „Ich habe so viele kluge, nachdenkliche, sensible, mitfühlende junge Leute getroffen, das hat mir Hoffnung gemacht,“ sagt Mario Di Carlo. So geht es den Zuschauer*innen dieses mitreißenden Tagebuchs einer musikalischen Weltreise, die auf einer mittelalterlichen Burg in der Nähe von Kusel stattfindet – jedes Jahr aufs Neue.

Das Produktionsteam

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Regie: Mario Di Carlo
Kamera: Klaus Woller
Kamera: Harald Keuter
Ton: Alba Di Carlo